Heinrich der Löwe


Heinrich der Löwe (1129-1195)




Münze
Münze Heinrichs des Löwen



zum Anfang der Seite Sein Leben im Überblick

Heinrich der Löwe wurde vermutlich 1129 (das Jahr ist nicht hundertprozentig gesichert) als einziger Sohn von Heinrich dem Stolzen und Gertrud von Sachsen geboren. Als Geburtsort wird Altdorf bei Ravensburg nördlich des Bodensees vermutet.

Bereits 1142 erhielt Heinrich der Löwe als Minderjähriger die beiden bedeutenden Herzogtümer Bayern und Sachsen (nicht identisch mit dem heutigen Sachsen, sondern ungefähr das Gebiet des heutigen Niedersachsens mit Teilen Westfalens) als Lehen des Kaisers, die seinem Vater Heinrich dem Stolzen 1138 nach einem Streit mit dem staufischen König Konrad III. aberkannt wurden.
Mehr oder weniger freiwillig gab er noch im gleichen Jahr das Herzogtum Bayern wieder ab, da er den anderen Reichsfürsten zu mächtig wurde und für ihn die Gefahr bestand, beide Herzogtümer zu verlieren. Dadurch sicherte er sich zunächst wenigstens das Herzogtum Sachsen, in dessen Gebiet auch der größte Teil der persönlichen Besitzungen der Welfen lag.
Im Jahr 1148 heiratete Heinrich Clementia von Zähringen, die als nicht unbeträchtliche Mitgift die Burg und Herrschaft Badenweiler in Schwaben in die Ehe einbrachte. Von den drei Kindern aus dieser Ehe starben Heinrich und Richenza schon im Kindesalter, die Tochter Gertrud heiratete später Knut, den König von Dänemark.
1162 trennte sich Heinrich nach 14 Jahren Ehe von seiner Frau Clementia. Als offizieller Grund für die Trennung wurde eine zu nahe Verwandtschaft der beiden Eheleute angegeben. Wenn man jedoch die verwandtschaftlichen Beziehungen anderer Paare des damaligen Hochadels betrachtet, so kann dies nur ein Vorwand gewesen sein. Es wird vermutet, daß Friedrich I. Barbarossa ein Ende der Ehe und damit auch eine Beendigung der für ihn gefährlichen Verbindung zwischen Welfen und Zähringern wollte und Heinrich zu diesem Schritt drängte. Friedrich I. stritt mit den Zähringern um die Vorherrschaft in den schwäbischen Landen und da war ihm die Allianz zwischen Welfen und Zähringern natürlich ein Dorn im Auge. Um seine Vormacht in Schwaben zu stärken, tauschte Friedrich sogar mit Heinrich dem Löwen die Burgen Herzberg und Scharzfeld am Harz, sowie den Königshof Pöhlde gegen Clementias Mitgift Badenweiler.

Durch Heinrichs politische und militärische Unterstützung für seinen Vetter Kaiser Friedrich I. Barbarossa, erhielt er 1156 einen Teil des Herzogtums Bayern zurück. Den östlichen Teil Bayerns (Österreich) erhielt allerdings Jasomirgott von Babenberg.
Durch die erfolgreichen Slawenfeldzüge gewann Heinrich der Löwe zusätzlich Mecklenburg und Pommern.
Damit wurde er neben dem Kaiser zum mächtigsten Mann im Deutschen Reich.
Durch diese Machtfülle und seine expansive Politik, mit der er versuchte, sich in Sachsen ein geschlossenes Territorium zu schaffen, machte er sich viele der benachbarten Fürsten zu Feinden. Besonders Landgraf Ludwig von Thüringen, Albrecht der Bär, Pfalzgraf Adalbert von Sommerschenburg und Erzbischof Wichman von Magdeburg wurden zu erbitterten Gegnern Heinrichs des Löwen.

Heinrich und MathildeAm 1.2.1168 heiratete Heinrich im Dom zu Minden seine zweite Frau Mathilde, die erst 12 Jahre alte Tochter des Königs von England Heinrich II.. Mathilde war eine Schwester von Richard Löwenherz.
Diese Heirat begründete die enge Verbindung der Welfen mit dem englischen Könighaus, so daß im 19. Jahrhundert sogar die Könige (bzw. der Kurfürst) von Hannover gleichzeitig auch Könige von Großbritannien waren.
Heinrich und Mathilde hatten eine Tochter und vier Söhne, Richenza, Heinrich, Lothar, Otto und Wilhelm. Otto wurde später Kaiser Otto IV., Heinrich (der Sohn) erreichte durch seine Heirat mit Agnes von Staufen eine Aussöhnung mit den Staufern und Wilhelms Sohn, Otto das Kind, wurde der erste Herzog von Braunschweig und Lüneburg.

Im Jahr 1172 machte Heinrich der Löwe eine Pilgerreise in das heilige Land, die ihn auch an den Hof des byzantinischen Kaisers führte. Chroniken berichten, daß er dort wie ein König empfangen wurde. Der Legende nach, soll Heinrich von seiner Reise einen lebenden Löwen mit nach Braunschweig gebracht haben. In der damaligen Zeit dürfte das für die Bewohner Braunschweigs eine echte Sensation gewesen sein.
Die Meinungen der Historiker darüber, ob diese Legende wahr ist, sind geteilt. Es ist aber doch sehr gut möglich, daß er wirklich vom byzantinischen Kaiser einen Löwen als besonders exotisches Geschenk bekam.
Eher in den Bereich der Legende gehört wohl, daß die Kratzspuren an der Tür des Braunschweiger Doms von diesem Löwen stammen sollen.
Den Braunschweiger Dom ließ Heinrich 1173 gleich nach seiner Rückkehr von seiner Pilgerreise bauen. Er stattete ihn mit kostbaren Reliquien aus, die er von der Reise mitgebracht hatte und die vermutlich persönliche Geschenke des Kaisers von Byzanz waren.

Weil Heinrich der Löwe 1176 dem Kaiser die Gefolgschaft bei dessen Italienfeldzug verweigerte, wurden ihm nach Prozessen in den Jahren 1179 und 1180 die Lehen über beide Herzogtümer Bayern und Sachsen aberkannt und die Reichsacht über ihn verhängt. Der offizielle Grund für seine Weigerung war, daß ihm Barbarossa die Stadt Goslar mit ihren reichen Silbervorkommen nicht als Lehen geben wollte. Ein weiterer Grund dürfte gewesen sein, daß Heinrichs mit ihm verfeindete Nachbarfürsten ihre Truppen ebenfalls nicht am Italienfeldzug des Kaisers teilnehmen ließen und somit eine große Bedrohung für sein sächsisches Herzogtum bedeuteten. Sicherlich wollte er nicht mit dem Kaiser in das ferne Italien ziehen und seine Besitztümer ohne ausreichenden Schutz zurücklassen.

Heinrich mußte auf Anordnung des Kaisers einige Zeit ins Exil zu seinem Schwiegervater König Heinrich II. von England.
Das Herzogtum Sachsen wurde aufgeteilt und Bayern erhielten die Wittelsbacher, deren Nachfahren dort bis 1918 herrschten.
Die neuen vom Kaiser eingesetzten sächsischen Herzöge konnten sich allerdings nicht in den welfischen Besitzungen des Herzogtums Sachsen im Gebiet um Braunschweig und Lüneburg durchsetzen. So blieb der Einfluß der Welfen in diesem Gebiet trotz der formalen Entmachtung Heinrichs bestehen. Erst 1235 jedoch erhielt sein Enkel, Otto das Kind, einen Teil des alten Herzogtums Sachsen unter der neuen Bezeichnung Herzogtum Braunschweig - Lüneburg offiziell als Lehen zurück.

Am 6.8.1195 starb Heinrich der Löwe in Braunschweig, nachdem er sich 1194 mit Kaiser Heinrich VI. wieder versöhnt hatte. Sein Erbe teilten sich seine drei Söhne Heinrich, Wilhelm, und Otto.



Rolandslied
Bild aus dem Rolandslied (Ende 12. Jahrhundert)



zum Anfang der Seite

Zeittafel des 12. Jahrhunderts

1075 - Lothar III. von Supplinburg wird geboren
um 1108 - Heinrich der Stolze, Vater von Heinrich dem Löwen, wird geboren
1122 - Der spätere Kaiser Friedrich I. Barbarossa wird geboren
1125 - Lothar III. von Supplinburg wird zum deutschen König gewählt
1127 - Konrad von Staufen läßt sich als Gegenkönig zu Lothar III. wählen
1127 - Heinrich der Stolze heitatet Gertrud von Supplinburg
1129 - Heinrich der Löwe wird in Ravensburg geboren
1133 - Lothar III. von Supplinburg wird deutscher Kaiser
1137 - Kaiser Lothar III. von Supplinburg belehnt Heinrich den Stolzen mit dem Herzogtum Sachsen
1137 - Kaiser Lothar III. von Supplinburg stirbt
1138 - Konrad von Staufen wird am 7.3. zum deutsche König gewählt
1138 - Heinrich der Stolze verliert sein Lehen der Herzogtümer Sachsen und Bayern
1138 - Albrecht der Bär wird mit Sachsen belehnt
1139 - Heinrich der Stolze stirbt am 20.10. in Quedlinburg
1141 - Richenza von Northeim stirbt
1142 - Heinrich der Löwe erhält Bayern und Sachsen als Lehen, muß Bayern aber wieder abgeben
1143 - Gertrud von Sachsen stirbt
1147 - Heinrich der Löwe nimmt am Kreuzzug der sächsischen Fürsten gegen die Slawen teil
1148 - Heinrich der Löwe heiratet Clementia von Zähringen
1152 - König Konrad von Staufen stirbt
1152 - Friedrich I. Barbarossa wird deutscher König
1155 - Friedrich I. Barbarossa läßt sich vom Papst zum deutschen Kaiser krönen
1155 - Kaiser Friedrich I. Barbarossa erobert Rom mit Unterstützung Heinrichs des Löwen
1156 - Heinrich der Löwe erhält einen Teil des Herzogtums Bayern zurück
1156 - Jasomirgott von Babenberg wird Herzog von Österreich
1156 - Kaiser Barbarossa heiratet Beatrix von Burgund
1157/1158 - Gründung der Stadt München durch Heinrich den Löwen (München erhielt Stadtrecht 1158)
1158 - Neugründung Lübecks durch Heinrich den Löwen, nachdem Lübeck durch Brand zerstört wurde
1160 - Heinrich der Löwe besiegt den Slawenfürsten Niklot
1160 - Gründung der Stadt Schwerin durch Heinrich den Löwen
1162 - Heinrich der Löwe trennt sich von seiner Frau Clementia
1166 - Heinrich der Löwe läßt das Löwendenkmal in Braunschweig aufstellen
1167 - Heinrich der Löwe vermittelt im Auftrag Barbarossas im Krieg zwischen England und Frankreich
1168 - Heinrich der Löwe heiratet am 1.2.1168 im Dom von Minden seine zweite Frau Mathilde
1169 - Albrecht der Bär stirbt
1169 - Heinrich VI. wird zum deutschen König gewählt
1172 - Pilgerreise Heinrichs des Löwen in das heilige Land
1172 - Heinrichs Tocher Richenza wird geboren
1173 - Baubeginn des Braunschweiger Doms nach Rückkehr Heinrichs des Löwen
1173 - Heinrichs Sohn Heinrich wird geboren
1174 - Heinrichs Sohn Lothar wird geboren
1175 - Heinrichs Sohn Otto wird geboren
1176 - Heinrich der Löwe verweigert Kaiser Barbarossa die Gefolgschaft bei dessen Italienfeldzug
1176 - Friedrich I. Barbarossa unterliegt den Langobarden bei Legnano in Italien
1179 und 1180 - Land- und lehnrechtliche Prozesse gegen Heinrich den Löwen
1179 - Heinrich der Löwe wird geächtet
1180 - Heinrich der Löwe verliert die Lehen der Herzogtümer Sachsen und Bayern
1180 - Otto von Wittelsbach erhält das Herzogtum Bayern, Sachsen wird aufgeteilt
1180 - Reichskrieg gegen Heinrich den Löwen
1181 - Lübeck wird erobert und Braunschweig belagert, große Teile Sachsens werden verwüstet
1181 - Heinrich der Löwe unterwirft sich dem Kaiser auf dem Reichstag von Erfurt
1182 - Heinrich der Löwe muß ins Exil nach England
1184 - Heinrichs Sohn Wilhelm wird geboren
1185 - Heinrich der Löwe kehrt aus dem Exil zurück nach Braunschweig
1186 - Heinrich VI. wird König von Italien
1187 - Moslems unter der Führung von Sultan Saladin erobern Jerusalem
1188 - Heinrich der Löwe wird zum zweiten Mal verbannt
1188 - Kaiser Friedrich I. Barbarossa bricht zum dritten Kreuzzug auf, um Jerusalem zu befreien
1189 - Heinrichs Ehefrau Mathilde stirbt
1189 - Heinrich der Löwe kehrt vorzeitig aus dem Exil zurück
1190 - Kaiser Friedrich I. Barbarossa ertrinkt im Fluß Saleph während des dritten Kreuzzuges
1190 - Heinrichs Sohn Lothar stirbt in Augsburg
1191 - Heinrich VI. wird deutscher Kaiser
1192 - Braunschweig wird erneut belagert
1193 - Richard Löwenherz gerät in Gefangenschaft
1194 - Richard Löwenherz wird nach Zahlung eines hohen Lösegeldes aus der Gefangenschaft entlassen
1194 - Heinrichs Sohn Heinrich der Lange heiratet Agnes von Staufen
1194 - Heinrich der Löwe versöhnt sich mit Kaiser Heinrich VI.
1195 - Heinrich der Löwe stirbt am 6.8.1195 in Braunschweig
1197 - Kaiser Heinrich VI. stirbt
1198 - Doppelwahl Otto IV. und Philipp von Schwaben zum deutschen König



Siegel
Siegel Heinrichs des Löwen



zum Anfang der Seite

Personen im Umfeld Heinrichs des Löwen

Clementia von Zähringen (+ vor 1167 (?))
Tochter des Herzogs Konrad von Zähringen und erste Ehefrau von Heinrich dem Löwen.
Mutter seiner Kinder Heinrich (als Kind bei einem Unfall in Lüneburg gestorben), Richenza (als Kind gestorben) und Gertrud (verheiratet in erster Ehe mit Herzog Friedrich von Schwaben, einem Vetter von Kaiser Friedrich I. Barbarossa, in zweiter Ehe mit König Knut von Dänemark).
Clementia übernahm mehrmals für Heinrich die Regierung des Herzogtums Sachsen, wenn sich Heinrich, z.B. während des Italienzuges von 1154, außerhalb des Landes aufhielt. Umsomehr scheint es eher verwunderlich, daß die Ehe mit Heinrich dem Löwen 1162 geschieden wurde. Vermutlich wurde die Ehe auf Drängen des Kaisers Friedrich I. geschieden.
In zweiter Ehe war Clementia mit dem Grafen Humbert III. von Savoyen verheiratet. Eine Tochter (Alice ?) aus dieser zweiten Ehe soll mit John, dem späteren englischen König und Sohn Heinrichs II. von England verlobt gewesen sein, aber sie ist noch vor der geplanten Hochzeit gestorben.

Eleonor von Aquitanien (1122-1204)
Ehefrau von König Heinrich II. von England und Mutter von Mathilde Plantagenet, der zweiten Frau von Heinrich dem Löwen.

Barbarossa Kaiser Friedrich I. Barbarossa (1122-1190)
Vetter von Heinrich dem Löwen. Sein Großvater war Heinrich der Schwarze.
Herzog von Schwaben seit 1147, deutscher König seit 1152 und seit 1155 deutscher Kaiser.
Seit dem Italienfeldzug 1154/55 auch König der Langobarden.
Zunächst Verbündeter von Heinrich dem Löwen, später, nach dessen Weigerung am dritten Italienfeldzug teilzunehmen, ächtete er Heinrich, nahm ihm die Herzogtümer Sachsen und Bayern und schickte ihn ins Exil nach England.
Friedrich I. Barbarossa (Barbarossa bedeutet Rotbart) war einer der bedeutendsten Herrscher der europäischen Geschichte, dessen Politik nicht nur das 12. Jahrhundert entscheidend bestimmte, sondern auch die politischen Verhältnisse in den darauffolgenden Jahrzehnten beeinflußte.
Auf dem dritten Kreuzzug zur Befreiung Jerusalems ertrank er am 10.6.1189 im Fluß Saleph in Kleinasien, bevor er Jerusalem erreicht hatte.

Gertrud von Sachsen (von Supplinburg)
Mutter von Heinrich dem Löwen.
Ehefrau von Heinrich dem Stolzen.
Nach dem Tod Heinrich des Stolzen heiratete sie in zweiter Ehe Jasomirgott von Babenberg.
Tochter von Kaiser Lothar von Supplinburg.

Heinrich II. (Henry II.) Plantagenet (1133-1189)
Vater von Mathilde, der zweiten Frau Heinrichs des Löwen.
1154-1189 König von England und Herr über etwa ein Drittel von Frankreich.
Außenpolitisch ergriff er Partei für Heinrich den Löwen und den Papst, um den deutschen Kaiser zu schwächen.
Geboren am 25.3.1133 in Le Mans.
Gestorben am 6.7.1189 in Chinon im Kampf gegen seine eigenen Söhne.

Kaiser Heinrich VI. (1165-1197)
Sohn von Friedrich I. Barbarossa.
1169 auf Veranlassung seines Vaters zum deutschen König gewählt, seit 1186 auch König von Italien.
Herrschte bis 1190 zusammen mit seinem Vater.
Seit 1191 auch deutscher Kaiser.
Heinrich VI. nahm den englischen König Richard Löwenherz gefangen und zwang ihn zur Lehnshuldigung für England, sowie zur Zahlung eines enorm hohen Lösegeldes.

Pfalzgraf Heinrich der Lange (1173-1227)
Sohn Heinrichs des Löwen.
Er heiratete 1194 Agnes von Staufen, die Tochter des Pfalzgrafen bei Rhein Konrad. Diese Heirat wurde entgegen damaliger Gepflogenheiten bis zum Tag der Hochzeit, die auf der Burg Stahleck am Rhein stattfand, geheimgehalten und muß für die damaligen Zeitgenossen sicher eine Überraschung gewesen sein. Agnes war eine Nichte von Kaiser Friedrich I. Barbarossa und somit stammten die beiden Eheleute aus zwei verfeindeten Familien, die schon seit Jahren Krieg gegeneinander führten. Durch diese Heirat, sei es nun eine Liebesheirat gewesen, wofür durchaus einige Indizien sprechen, oder doch eher ein geschickter Schachzug, entspannte sich jedenfalls das Verhältnis zwischen Welfen und Staufern merklich. Noch im gleichen Jahr versöhnt sich der alte Heinrich der Löwe mit dem staufischen Kaiser Heinrich VI., womit zumindest die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Welfen und Staufern offiziell beendet waren.
Später übernahm Heinrich der Lange von seinem Schwiegervater den Titel Pfalzgraf bei Rhein. Diesen Titel führte er auch in seinen Besitzungen im ehemaligen Herzogtum Sachsen, so gibt es zum Beispiel in Braunschweig geprägte Silberpfennige mit diesem Titel. Er nennt sich auf diesen Münzen auch Herzog von Sachsen, was er offiziell aber nie war.
Nach dem Tode seiner ersten Frau heiratete Heinrich etwa 1209 Agnes von Wettin. Zusammen mit seiner zweiten Frau Agnes stiftete er das Kloster Wienhausen bei Celle.

Heinrich der Schwarze (1075-1126)
Großvater von Heinrich dem Löwen und von Kaiser Friedrich I. Barbarossa.
Welfischer Herzog von Bayern.
Bisher hatten die Welfen ihre Ländereien überwiegend in Süddeutschland, besonders in Schwaben, und Norditalien und auch ihre Politik war ganz auf die Stärkung ihrer Macht im Süden ausgerichtet. Durch seine Heirat mit Wulfhild von Sachsen, der Tochter des Herzogs Magnus von Sachsen, erwarben die Welfen nun jedoch von den Billungern größere Besitzungen im Herzogtum Sachsen im Norden Deutschlands. Das Interesse der Welfen war nun nicht mehr alleine auf den Süden ausgerichtet und das war später von Vorteil, nachdem der sächsische Herzog Lothar zum Kaiser gewählt wurde.

Heinrich der Stolze (1102-1139)
Vater von Heinrich dem Löwen. Welfischer Herzog von Sachsen und Bayern.
Heinrich der Stolze machte sich nicht unberechtigte Hoffnung, nach dem Tode seines Schwiegervaters Kaiser Lothar III. von Supplinburg als mächtigster Fürst des Deutschen Reiches selbst zum deutschen König gewählt zu werden. Schließlich hatte Kaiser Lothar ihn zu seinem Nachfolger bestimmt.
Statt dessen wurde jedoch der Staufer Konrad III. zum deutschen König gekrönt. Damit verstärkte sich der Streit zwischen Welfen und Staufern um die Vorherrschaft im Deutschen Reich. Heinrich dem Stolzen wurden 1138 die Lehen beider Herzogtümer Bayern und Sachsen aberkannt.
Als er im Jahr 1139 überraschend früh starb, hinterließ er seinem noch minderjährigen Sohn Heinrich der Löwe seine großen Besitzungen, die vor allem im Herzogtum Sachsen in der Nähe der Städte Braunschweig und Lüneburg lagen.

Heinrich (Jasomirgott) von Babenberg (1114-1177)
1143-1156 Herzog von Bayern, ab 1156 Herzog von Österreich.
Nach dem Verzicht auf Bayern 1156 zu Gunsten von Heinrich dem Löwen wurde er zum Herzog von Österreich erhoben und durch das privilegium minus mit weitreichenden Rechten ausgestattet, die weit über die üblichen Lehensbeziehungen zwischen Kaiser und Herzog hinausgingen.
Heiratete Gertrud, die Witwe Heinrich des Stolzen, und war somit Stiefvater von Heinrich dem Löwen.

Konrad III. von Staufen (1093/94-1152)
Seit 1138 König von Deutschland.
Sohn Herzog Friedrichs I. von Schwaben.
Als Staufer Gegner des Welfen Heinrich des Stolzen.
Unternahm 1146 einen Kreuzzug zur Befreiung Jerusalems, der in einer schweren militärischen Niederlage endete.

"Lotharius Rex" Kaiser Lothar III. von Supplinburg (1075-1137)
Großvater von Heinrich dem Löwen.
Vater von Gertrud von Supplinburg.
Herzog von Sachsen, seit 1125 deutscher König und ab 1133 auch deutscher Kaiser.
Lothar führte 1115 den Aufstand der Sachsen gegen Kaiser Heinrich V. an.

Mathilde Plantagenet (1156-1189)
Zweite Ehefrau Heinrichs des Löwen.
Mutter seiner Tochter Richenza (andere Quellen nennen den Namen Mathilde) und seiner Söhne Heinrich, Lothar (mit 16 Jahren gestorben), Otto und Wilhelm.
Tochter des englischen Königs Heinrich II. und Eleonor von Aquitanien.

Otto IV. Kaiser Otto IV. (1177-1218)
Sohn Heinrichs des Löwen.
Verheiratet mit Beatrix von Staufen, einer Enkelin Kaiser Barbarossas.
1198 wurde Otto (ebenso wie Philipp von Schwaben) zum deutschen König gewählt.
1209 wurde er in Rom zum deutschen Kaiser gekrönt.
Dadurch, daß es während seiner Regierungszeit mit Philipp von Schwaben einen von der Stauferpartei unterstützten Gegenkönig gab, blieb seine Machtposition stark eingeschränkt und der Konflikt zwischen Welfen und Staufern eskalierte erneut.

Otto das Kind (1204-1252)
Enkel Heinrichs des Löwen. Sohn von Wilhelm von Lüneburg.
Otto das Kind wurde 1235 Herzog von Braunschweig-Lüneburg.
Mit ihm wurden die welfischen Besitztümer um Braunschweig und Lüneburg wieder vereinigt, die sich die drei Söhne Heinrichs des Löwen geteilt hatten.

Richard I. Löwenherz (1157-1199)
König von England 1189-1199.
Sohn von Heinrich II. und Bruder von Mathilde, der zweiten Ehefrau Heinrichs des Löwen.
Zusammen mit Philipp II. August von Frankreich Führer des 3. Kreuzzuges 1190-1192. Auf der Rückreise nach England wurde er von Herzog Leopold V. von Österreich, den er vorher beleidigt hatte, gefangengenommen und an den deutschen Kaiser Heinrich VI. ausgeliefert. Richard wurde auf der Burg Trifels gefangengehalten, bis er Heinrich VI. als Lehnsherrn anerkannte und die riesige Summe von einhundertfünfzigtausend Silbermark, das waren mehr als fünfundreißigtausend KilogrammSilber, als Lösegeld zahlte.
Richard Löwenherz dürfte auch allen Freunden der Sagen von Robin Hood ein Begriff sein. Dort ist er, im Gegensatz zu seinem Bruder John, der "gute" König.

Richenza von Northeim (+1141)
Großmutter von Heinrich dem Löwen.
Ehefrau von Kaiser Lothar III. von Supplinburg.
Mutter von Gertrud von Sachsen.

Wilhelm von Lüneburg (1184-1213)
Sohn Heinrichs des Löwen
Sein Sohn, Otto das Kind, erhielt später das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg.
Geboren in Winton, England.

Wulfhild von Sachsen
Großmutter Heinrichs des Löwen.
Ehefrau von Heinrich dem Schwarzen.
Tochter des letzten billungischen Herzogs Magnus von Sachsen.
Durch sie erbten die Welfen große Besitztümer im Herzogtum Sachsen.



Rolandslied
Bild aus dem Rolandslied (Ende 12. Jahrhundert)



zum Anfang der Seite

Literaturverzeichnis

Jordan, Karl: Heinrich der Löwe - Eine Biographie
Deutscher Taschenbuch Verlag München, 1994 (4. Auflage), ISBN 3-406-04033-0

Ehlers, Joachim: Heinrich der Löwe - Europäisches Fürstentum im Hochmittelalter
Muster-Schmidt Verlag, Göttingen, 1997, ISBN 3-7881-0149-0

Hiller, Helmut: Heinrich der Löwe - Herzog und Rebell - Eine Chronik
List Verlag München, 1978, ISBN 3-471-778-35-7

Luckhardt, J. u. Niehoff F. (Herausgeber): Heinrich der Löwe und seine Zeit
Katalog zur großen Ausstellung von 1995 in Braunschweig,
3 Bände mit vielen sehr interessanten Essays zum Thema Heinrich der Löwe und Welfen
Hirmer Verlag München, 1995, ISBN 3-7774-6690-5

Schneidmüller, Bernd: Die Welfen - Herrschaft und Erinnerung
Verlag W.Kohlhammer, Stuttgart, 2000, ISBN 3-17-014999-7

Hucker, Bernd Ulrich: Otto IV. - Der wiederentdeckte Kaiser
Biographie zu Heinrichs Sohn, dem Kaiser Otto IV.
Insel Verlag, ISBN 3-458-34257-5

Engels, Odilio: Die Staufer
Verlag W.Kohlhammer, Stuttgart, 1984 (3. Auflage), ISBN 3-17-007113-0

Hausherr, Reiner (Herausgeber): Die Zeit der Staufer
Ausstellungskatalog zur großen Stauferausstellung von 1977 in Stuttgart, 4 Bände
Württembergisches Landesmuseum, Stuttgart, 1977

Chomton, Werner: Heinrich der Löwe (Roman)
Das Leben Heinrichs des Löwen als Roman. Vermutlich nichts für Historiker, aber Chomton hält sich doch einigermaßen an die tatsächliche Biographie Heinrichs.
K.Tienemanns Verlag, Stuttgart, 1935



Münze
Münze Heinrichs des Löwen



zum Anfang der Seite

E-Mail, Anregungen, Ihre Meinung zu dieser Seite

Ich bin kein Historiker und auch nicht gerade ein Fachmann auf dem Gebiet des Hochmittelalters.
Der Grund für die Erstellung dieser Seite war vielmehr, daß ich die Verwendung von HTML üben und gleichzeitig eines meiner Interessengebiete vorstellen wollte.
Vielleicht gelingt es mir ja auch mit meiner Seite, dem einen oder anderen am Mittelalter interessierten Menschen eine kleine Freude zu machen. Wenn das so ist, hat sich die Arbeit für mich schon gelohnt.

Kleinere unbedeutende Ungenauigkeiten im Text bitte ich großzügig zu übersehen.
Sollten allerdings grobe Fehler (Inhalt oder Rechtschreibung, die eigenen Fehler übersieht man ja meistens) vorkommen, wäre ich dankbar, wenn man mir diese mitteilen könnte.
Ebenfalls bin ich an weiteren Informationen und Hinweisen auf interessante Webseiten zum Thema sowie Anregungen und Verbesserungsvorschlägen zu dieser Seite interessiert.
Auch wenn mir jemand einfach nur seine Meinung zu meiner Seite mitteilen möchte, würde ich mich über eine E-Mail freuen.

Ich möchte mich hiermit nun auch bei all denen bedanken, die mir Kommentare per E-Mail und interessante Informationen zum Thema geschickt haben. Dadurch macht die Arbeit an dieser Seite gleich nochmal so viel Spaß und einige der so erhaltenen Informationen sind auch schon in diese Homepage eingeflossen.

Meine E-Mail-Adresse ist: peter-wei@gmx.de

Ich suche dringend Literatur (gebraucht und möglichst billig) zu den Themen Heinrich der Löwe, Welfen, Staufer, Barbarossa, Herzogtum Braunschweig-Lüneburg.
Da ich für die Numismatiker und Münzsammler unter den Web-Surfern auch noch eine Extraseite zu dem Thema "Die Münzen in der Zeit Heinrichs des Löwen" geplant habe, suche ich auch Literatur zum Thema Brakteaten (das sind einseitig geprägte Silberpfennige, deren Prägung Mitte des 12. Jahrhundert beginnt und die besonders in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts von meist hohem künstlerischen Wert sind und viele Elemente der Romanik widerspiegeln), sowie Auktionskataloge mit größeren Serien von Abbildungen mit Braunschweiger Brakteaten von Heinrich dem Löwen, wie z.B. Dr. Busso Peus Nachf. Katalog Nr.293 (und 295) von 1977 (Sammlung F.Bonhoff).

Wenn mir jemand solche Bücher oder Kataloge zu einem fairen Preis überlassen möchte, würde ich mich über eine Mitteilung per E-Mail unter peter-wei@gmx.de sehr freuen.

Es ist beabsichtigt, diese Seite in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen zu erweitern, Fehler zu korrigieren, oder einfach nur die Optik (mit Bildern) zu verschönern.
Ich würde mich deshalb freuen, wenn Sie meine Seite zu einem späteren Zeitpunkt wieder einmal besuchen würden.

Also, bis dann ...

Peter


zum Anfang der Seite

zum Anfang der Seite

Letztes Änderungsdatum:
31.08.2003
(c) Copyright 2000, 2001 by Peter Weiland



Internetadresse dieser Seite: www.heinrich-der-loewe.de.tf
oder http://mitglied.lycos.de/wpeter/heinrich.htm

Diese Seite ist optimiert für eine Bildschirmauflösung von 800x600 Punkten, mindestens 256 Farben und mittlere Schriftgröße.


zum Anfang der Seite zurück zur Startseite

Diese Seite wurde seit dem 10.03.2002 mal besucht.