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 Personen im Umfeld Heinrichs des Löwen
Clementia von Zähringen (+ vor 1167 (?))
Tochter des Herzogs Konrad von Zähringen und erste Ehefrau von Heinrich dem Löwen. Mutter seiner Kinder Heinrich (als Kind bei einem Unfall in Lüneburg gestorben), Richenza (als Kind gestorben) und Gertrud (verheiratet in erster Ehe mit Herzog Friedrich von Schwaben, einem Vetter von Kaiser Friedrich I. Barbarossa, in zweiter Ehe mit König Knut von Dänemark).
Clementia übernahm mehrmals für Heinrich die Regierung des Herzogtums Sachsen, wenn sich Heinrich, z.B. während des Italienzuges von 1154, außerhalb des Landes aufhielt. Umsomehr scheint es eher verwunderlich, daß die Ehe mit Heinrich dem Löwen 1162 geschieden wurde. Vermutlich wurde die Ehe auf Drängen des Kaisers Friedrich I. geschieden.
In zweiter Ehe war Clementia mit dem Grafen Humbert III. von Savoyen verheiratet. Eine Tochter (Alice ?) aus dieser zweiten Ehe soll mit John, dem späteren englischen König und Sohn Heinrichs II. von England verlobt gewesen sein, aber sie ist noch vor der geplanten Hochzeit gestorben.
Eleonor von Aquitanien (1122-1204)
Ehefrau von König Heinrich II. von England und Mutter von Mathilde Plantagenet, der zweiten Frau von Heinrich dem Löwen.
Kaiser Friedrich I. Barbarossa (1122-1190) Vetter von Heinrich dem Löwen. Sein Großvater war Heinrich der Schwarze. Herzog von Schwaben seit 1147, deutscher König seit 1152 und seit 1155 deutscher Kaiser. Seit dem Italienfeldzug 1154/55 auch König der Langobarden. Zunächst Verbündeter von Heinrich dem Löwen, später, nach dessen Weigerung am dritten Italienfeldzug teilzunehmen, ächtete er Heinrich, nahm ihm die Herzogtümer Sachsen und Bayern und schickte ihn ins Exil nach England. Friedrich I. Barbarossa (Barbarossa bedeutet Rotbart) war einer der bedeutendsten Herrscher der europäischen Geschichte, dessen Politik nicht nur das 12. Jahrhundert entscheidend bestimmte, sondern auch die politischen Verhältnisse in den darauffolgenden Jahrzehnten beeinflußte. Auf dem dritten Kreuzzug zur Befreiung Jerusalems ertrank er am 10.6.1189 im Fluß Saleph in Kleinasien, bevor er Jerusalem erreicht hatte.
Gertrud von Sachsen (von Supplinburg) Mutter von Heinrich dem Löwen. Ehefrau von Heinrich dem Stolzen. Nach dem Tod Heinrich des Stolzen heiratete sie in zweiter Ehe Jasomirgott von Babenberg. Tochter von Kaiser Lothar von Supplinburg.
Heinrich II. (Henry II.) Plantagenet (1133-1189) Vater von Mathilde, der zweiten Frau Heinrichs des Löwen. 1154-1189 König von England und Herr über etwa ein Drittel von Frankreich. Außenpolitisch ergriff er Partei für Heinrich den Löwen und den Papst, um den deutschen Kaiser zu schwächen. Geboren am 25.3.1133 in Le Mans. Gestorben am 6.7.1189 in Chinon im Kampf gegen seine eigenen Söhne.
Kaiser Heinrich VI. (1165-1197) Sohn von Friedrich I. Barbarossa. 1169 auf Veranlassung seines Vaters zum deutschen König gewählt, seit 1186 auch König von Italien. Herrschte bis 1190 zusammen mit seinem Vater. Seit 1191 auch deutscher Kaiser. Heinrich VI. nahm den englischen König Richard Löwenherz gefangen und zwang ihn zur Lehnshuldigung für England, sowie zur Zahlung eines enorm hohen Lösegeldes.
Pfalzgraf Heinrich der Lange (1173-1227) Sohn Heinrichs des Löwen. Er heiratete 1194 Agnes von Staufen, die Tochter des Pfalzgrafen bei Rhein Konrad. Diese Heirat wurde entgegen damaliger Gepflogenheiten bis zum Tag der Hochzeit, die auf der Burg Stahleck am Rhein stattfand, geheimgehalten und muß für die damaligen Zeitgenossen sicher eine Überraschung gewesen sein. Agnes war eine Nichte von Kaiser Friedrich I. Barbarossa und somit stammten die beiden Eheleute aus zwei verfeindeten Familien, die schon seit Jahren Krieg gegeneinander führten. Durch diese Heirat, sei es nun eine Liebesheirat gewesen, wofür durchaus einige Indizien sprechen, oder doch eher ein geschickter Schachzug, entspannte sich jedenfalls das Verhältnis zwischen Welfen und Staufern merklich. Noch im gleichen Jahr versöhnt sich der alte Heinrich der Löwe mit dem staufischen Kaiser Heinrich VI., womit zumindest die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Welfen und Staufern offiziell beendet waren. Später übernahm Heinrich der Lange von seinem Schwiegervater den Titel Pfalzgraf bei Rhein. Diesen Titel führte er auch in seinen Besitzungen im ehemaligen Herzogtum Sachsen, so gibt es zum Beispiel in Braunschweig geprägte Silberpfennige mit diesem Titel. Er nennt sich auf diesen Münzen auch Herzog von Sachsen, was er offiziell aber nie war.
Nach dem Tode seiner ersten Frau heiratete Heinrich etwa 1209 Agnes von Wettin. Zusammen mit seiner zweiten Frau Agnes stiftete er das Kloster Wienhausen bei Celle.
Heinrich der Schwarze (1075-1126) Großvater von Heinrich dem Löwen und von Kaiser Friedrich I. Barbarossa. Welfischer Herzog von Bayern.
Bisher hatten die Welfen ihre Ländereien überwiegend in Süddeutschland, besonders in Schwaben, und Norditalien und auch ihre Politik war ganz auf die Stärkung ihrer Macht im Süden ausgerichtet.
Durch seine Heirat mit Wulfhild von Sachsen, der Tochter des Herzogs Magnus von Sachsen, erwarben die Welfen nun jedoch von den Billungern größere Besitzungen im Herzogtum Sachsen im Norden Deutschlands. Das Interesse der Welfen war nun nicht mehr alleine auf den Süden ausgerichtet und das war später von Vorteil, nachdem der sächsische Herzog Lothar zum Kaiser gewählt wurde.
Heinrich der Stolze (1102-1139) Vater von Heinrich dem Löwen. Welfischer Herzog von Sachsen und Bayern. Heinrich der Stolze machte sich nicht unberechtigte Hoffnung, nach dem Tode seines Schwiegervaters Kaiser Lothar III. von Supplinburg als mächtigster Fürst des Deutschen Reiches selbst zum deutschen König gewählt zu werden. Schließlich hatte Kaiser Lothar ihn zu seinem Nachfolger bestimmt. Statt dessen wurde jedoch der Staufer Konrad III. zum deutschen König gekrönt. Damit verstärkte sich der Streit zwischen Welfen und Staufern um die Vorherrschaft im Deutschen Reich. Heinrich dem Stolzen wurden 1138 die Lehen beider Herzogtümer Bayern und Sachsen aberkannt. Als er im Jahr 1139 überraschend früh starb, hinterließ er seinem noch minderjährigen Sohn Heinrich der Löwe seine großen Besitzungen, die vor allem im Herzogtum Sachsen in der Nähe der Städte Braunschweig und Lüneburg lagen.
Heinrich (Jasomirgott) von Babenberg (1114-1177) 1143-1156 Herzog von Bayern, ab 1156 Herzog von Österreich. Nach dem Verzicht auf Bayern 1156 zu Gunsten von Heinrich dem Löwen wurde er zum Herzog von Österreich erhoben und durch das privilegium minus mit weitreichenden Rechten ausgestattet, die weit über die üblichen Lehensbeziehungen zwischen Kaiser und Herzog hinausgingen. Heiratete Gertrud, die Witwe Heinrich des Stolzen, und war somit Stiefvater von Heinrich dem Löwen.
Konrad III. von Staufen (1093/94-1152) Seit 1138 König von Deutschland. Sohn Herzog Friedrichs I. von Schwaben. Als Staufer Gegner des Welfen Heinrich des Stolzen. Unternahm 1146 einen Kreuzzug zur Befreiung Jerusalems, der in einer schweren militärischen Niederlage endete.
Kaiser Lothar III. von Supplinburg (1075-1137) Großvater von Heinrich dem Löwen. Vater von Gertrud von Supplinburg. Herzog von Sachsen, seit 1125 deutscher König und ab 1133 auch deutscher Kaiser. Lothar führte 1115 den Aufstand der Sachsen gegen Kaiser Heinrich V. an.
Mathilde Plantagenet (1156-1189) Zweite Ehefrau Heinrichs des Löwen. Mutter seiner Tochter Richenza (andere Quellen nennen den Namen Mathilde) und seiner Söhne Heinrich, Lothar (mit 16 Jahren gestorben), Otto und Wilhelm. Tochter des englischen Königs Heinrich II. und Eleonor von Aquitanien.
Kaiser Otto IV. (1177-1218) Sohn Heinrichs des Löwen. Verheiratet mit Beatrix von Staufen, einer Enkelin Kaiser Barbarossas. 1198 wurde Otto (ebenso wie Philipp von Schwaben) zum deutschen König gewählt. 1209 wurde er in Rom zum deutschen Kaiser gekrönt. Dadurch, daß es während seiner Regierungszeit mit Philipp von Schwaben einen von der Stauferpartei unterstützten Gegenkönig gab, blieb seine Machtposition stark eingeschränkt und der Konflikt zwischen Welfen und Staufern eskalierte erneut.
Otto das Kind (1204-1252) Enkel Heinrichs des Löwen. Sohn von Wilhelm von Lüneburg. Otto das Kind wurde 1235 Herzog von Braunschweig-Lüneburg. Mit ihm wurden die welfischen Besitztümer um Braunschweig und Lüneburg wieder vereinigt, die sich die drei Söhne Heinrichs des Löwen geteilt hatten.
Richard I. Löwenherz (1157-1199) König von England 1189-1199. Sohn von Heinrich II. und Bruder von Mathilde, der zweiten Ehefrau Heinrichs des Löwen. Zusammen mit Philipp II. August von Frankreich Führer des 3. Kreuzzuges 1190-1192. Auf der Rückreise nach England wurde er von Herzog Leopold V. von Österreich, den er vorher beleidigt hatte, gefangengenommen und an den deutschen Kaiser Heinrich VI. ausgeliefert. Richard wurde auf der Burg Trifels gefangengehalten, bis er Heinrich VI. als Lehnsherrn anerkannte und die riesige Summe von einhundertfünfzigtausend Silbermark, das waren mehr als fünfundreißigtausend KilogrammSilber, als Lösegeld zahlte. Richard Löwenherz dürfte auch allen Freunden der Sagen von Robin Hood ein Begriff sein. Dort ist er, im Gegensatz zu seinem Bruder John, der "gute" König.
Richenza von Northeim (+1141) Großmutter von Heinrich dem Löwen.
Ehefrau von Kaiser Lothar III. von Supplinburg. Mutter von Gertrud von Sachsen.
Wilhelm von Lüneburg (1184-1213) Sohn Heinrichs des Löwen Sein Sohn, Otto das Kind, erhielt später das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg. Geboren in Winton, England.
Wulfhild von Sachsen Großmutter Heinrichs des Löwen. Ehefrau von Heinrich dem Schwarzen. Tochter des letzten billungischen Herzogs Magnus von Sachsen. Durch sie erbten die Welfen große Besitztümer im Herzogtum Sachsen.
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