Über das Thema Tod und Freitod






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Netscape ist
bereits tot

Freitod

Freitod ist die einzige mir bekannte Bezeichnung für das, worüber wir hier reden. Am gebräuchlichsten ist wohl der Begriff Selbstmord, der uns als Mörder, ergo als Verbrecher darstellt. Diese Beschuldigung verbitte ich mir. Zunächst mal sehe ich mich nicht als Verbrecher, da ich außer mir niemandem mutwillig irgendeinen Schaden zufüge. In den meisten Fällen resultiert die Sehnsucht nach dem Tod daraus, dass man selbst in dieser Welt seinen Platz nicht finden kann. Dass einem das Recht auf ein kleines bisschen Glück verwehrt geblieben ist. Man könnte also sagen, dass uns das Menschenrecht auf Leben von der Gesellschaft verweigert wurde. So argumentiert stellt jeder einzelne von uns ein Opfer dar.
Ob man diese Rolle allerdings übernehmen möchte, ist jedem selbst überlassen. Ich persönlich würde mich wahrscheinlich nicht als Opfer der Gesellschaft bezeichnen. Eher als Opfer meiner selbst.

Ich hasse die Wendung sich das Leben nehmen. Meiner Meinung nach ist das, was mich letztlich in den Tod treibt nicht als Leben zu bezeichnen. Das Leben nimmt sich kein einzelner von uns. Das Leben ist leider bereits weg, wenn wir diesen unseren letzten Schritt tun. Was auch immer die individuellen Gründe eines jeden von uns sein mögen, unser Leben ist für uns nicht mehr lebenswert. Also ist es meiner Meinung nach auch kein Leben mehr.


Feigheit

Im Zusammenhang mit Suizid sprechen viele Leute von Feigheit. Ich kann ehrlich gesagt nicht verstehen, weshalb das so ist. Menschen, die sich selbst töten besitzen meist mehr Mut, als solche, die ihr ganzes Leben lang ihr vollkommen verkorkstes Leben fristen. Menschen, die beinahe täglich darüber nachdenken und sich niemals trauen, es tatsächlich zu tun.
Selbstverständlich ist das jetzt kein Appell für alle Menschen, sich umzubringen. Es gibt viele Menschen, die glücklich sind in dieser Welt. Diese Welt, in der wir so gar nicht zurechtkommen. Viele Menschen stehen auf der Sonnenseite des Lebens und sind wirklich glücklich. Ich beneide diese Menschen.
Wer aber überhaupt kein Licht mehr sieht, wer keinerlei Hoffnung mehr hat, dem ergeht es doch mit Sicherheit besser, wo auch immer er dann sein wird. Ein schlechter kann ich mir zumindest nur schwerlich vorstellen.


Verantwortung

Oftmals wird uns vorgeworfen, wir entzögen uns unserer Verantwortung. Ich kann hier natürlich nur für mich sprechen: ich habe keine echte Verantwortung. Ich meine, ich habe keine Tochter oder Ehefrau, für die ich sorgen müsste. Ich bin nur für mich selbst verantwortlich. Natürlich trage ich eine gewisse Verantwortung für ein paar Kleinigkeiten, aber das macht mich doch nicht unersetzlich oder unabkömmlich. Durch mein Abtreten lege ich meine Verantwortung schlicht in andere - vielleicht bessere - Hände.