Vor der Küste Kaliforniens haben Wissenschaftler von der Woods Hole Oceanographic Institution eine neue Art von Archaebakterien entdeckt, die möglicherweise in der Lage ist, das Treibhausgas Methan ohne Anwesenheit von Sauerstoff zu verarbeiten. Bislang war zwar klar, daß Methan - es entsteht bei der Zersetzung von organischem Material unter Sauerstoffabschluß - auf eine noch unbekannte Art und Weise im Meeresboden oxidiert wird, allerdings konnte bislang kein Organismus ausfindig gemacht werden, der das vermag. Wie die Forscher unter Leitung von John Hayes jetzt im Forschungsmagazin Nature schreiben, haben sie Hinweise darauf, daß bisher unbekannte Archaebakterien - diese Organismen sind einer der drei Stämme des Lebens, die anderen beiden sind die Bakterien und die Eukaryoten (Lebewesen mit Zellkern) - das Methan verbrauchen. Der Kohlenstoff in den Bakterien enthielt besonders wenig des Kohlenstoff-Isotops C13, das auch in Methan wenig vorkommt. Daraus schlossen die Forscher, daß die Mikroben das Gas verbrauchen. Die Archaebakterien sind entfernt verwandt mit Arten, die Methan produzieren. Sie enthalten aber völlig neue, bislang unbekannte Gensequenzen.
[Quelle: Ute Kehse, Nature]