kakteen

Leitfaden zur Kakteenpflege

 

Liebe Kakteenfreundin, lieber Kakteenfreund!

 

Kakteengruppe auf dem Balkon 

 

 

 

Kakteengruppe, vorn Gymnocalycium

 

 

 

Mit dieser Seite möchte ich Ihnen eine kurze Anleitung zur Pflege von Kakteen geben. 
 
Genauere Informationen erhalten Sie durch Anklicken aller Stichworte, die in blauer Schrift dargestellt und unterstrichen sind. Eine Zusammenfassung der näher besprochenen Themen finden Sie am Ende der Homepage. 

Zu den vorhandenen Links kommen immer mal welche dazu. Und neue Bilder. 
Also: Besuchen Sie diese Seite gelegentlich wieder!  

Die Bilder zeigen fast ausschließlich Pflanzen aus meiner Sammlung. 
Fast alle Bilder können durch Anklicken vergrößert werden!!! 
 
Die folgenden Pflegehinweise habe ich der Fachliteratur entnommen, von Kakteenzüchtern erhalten und durch eigene langjährige Erfahrung selbst gesammelt. Die Aussagen sind in sehr allgemeiner Form gehalten, treffen aber auf die meisten Gattungen grundsätzlich zu. 

Ausgenommen davon sind Blattkakteen (Epiphyllum). Ebenso Wolfsmilch (Euphorbiaceae), die oft für Kakteen gehalten werden, aber keine sind.

 

 

 

Kakteen leben in ihrer natürlichen Heimat unter sehr extremen Bedingungen, die wir in Blumentöpfen und unserem Klima nicht schaffen können. Wenn wir jedoch die Ansprüche der Pflanzen kennen und berücksichtigen, können wir auch in unseren Breiten Kakteen pflegen, die ein gesundes und natürliches Wachstum zeigen und uns Jahr für Jahr mit einer reichen und prächtigen Blütenpracht erfreuen. Dazu folgende Grundregeln:
 

1. Wasser

Wie alle Pflanzen brauchen auch Kakteen Wasser. Für das Gießen gilt:
* sofern man im Winter einen kühlen Platz zur Unterbringung hat: von Anfang November bis Anfang März möglichst nicht gießen! Der Kaktus braucht diese Ruhezeit. Wenn kein kühler Platz zur Verfügung steht, sollte trotzdem eher selten, etwa alle 3-4 Wochen gegossen werden.

* in der Wachstumsphase Mai bis Ende August: reichlich gießen. Etwa 1 x wöchentlich, bei trübem und kühlem Wetter seltener, bei Hitze auch mal öfter. Täglich ein paar Tropfen Wasser befeuchten stets nur einen Teil der Wurzeln, deshalb besser den Topf komplett durchfeuchten und erst wieder gießen, wenn die Erde trocken ist. Wichtig: kein überschüssiges Wasser im Untertopf stehen lassen! 
* in der Zeit zwischen Ruhe und Wachstum, also im Frühjahr und im Herbst: gemäßigt Gießen, langsam anfangen und langsam aufhören. Auch jetzt gilt: Lieber einmal richtig Gießen als täglich tropfenweise.

 

 

Blüte von Echinofossulocactus

* die Töpfe sollten unten Löcher haben, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann und ein Gießen

„von unten“ möglich ist. Wenn die Erde oben feucht geworden ist, ist sicher, daß der komplette Wurzelballen das Wasser aufgenommen hat. Besonders nach der Ruhezeit nimmt die trockene Erde das Wasser nur langsam an, es dauert oft mehrere Stunden, bis der Untersatz „ausgetrunken“ ist. Und bitte nie vergessen: überschüssiges Wasser grundsätzlich aus dem Untersatz wegschütten!

 

2. Düngung
 

Blattpflanzen brauchen zum Wachstum vorwiegend Nitrate, also normalen Pflanzendünger. Für  Kakteen sind zuviel Nitrate jedoch schädlich. Normalen Dünger einfach stärker zu verdünnen, kann unseren Kaktus regelrecht vergiften! Er braucht andere Mineralien, eben einen Kakteendünger! 
Gedüngt werden sollte nur in der Wachstumsphase, also von April bis September. Die Empfehlungen in der Fachliteratur reichen von 2 x monatlich bis 2 x jährlich. Ich dünge 4 bis 5 x im Jahr und habe damit seit vielen Jahren gesunde und reichlich blühende Pflanzen erhalten. 

 

 

Blüte von Rebutia

 

 

3. Licht / Temperatur
 

Kakteen brauchen viel Licht. Es gibt einige Arten, die die pralle Sonne nicht vertragen, das kann bis zu Verbrennungen führen (nach der Winterruhe ist bei allen Arten Vorsicht geboten), manche reagieren auf zu viel Sonne mit Braunfärbung, die aber nach kurzer „Sonnenabstinenz“ wieder vergeht. 
Grundsätzlich gilt jedoch: soviel Licht wie möglich. Die Temperaturen in unseren Breitengraden dürften im Sommer selten das Optimum dieser Pflanzen überschreiten. Also: so warm und so hell wie möglich! 
Auch im Winter, der Ruhezeit der Kakteen, ist viel Licht optimal.

 

 

Blüte von Echinopsis (Bauernkaktus)

Aber in erster Linie braucht der Kaktus in dieser Zeit Ruhe. Sprich: Temperaturen von 6 °C bis 12 °C .
Unbedingt frostfrei. Und wenig, besser gar kein kein Wasser! Wenn eine kühle Unterbringung möglich ist, geht es auch völlig ohne Licht. Dann aber keinesfalls Gießen! Ich halte meine Kakteen von November bis März im Keller. Es funktioniert.
 

 

4. Standort

Wie eben gesagt: viel Licht! Einer Unterbringung im Freien ist im Sommer nichts entgegenzusetzen. Im Gegenteil: Eigentlich jede Literaturquelle und auch meine Erfahrung bestätigen, daß ungefiltertes UV-Licht (kein Fenster, also Balkon oder Garten) den Pflanzen und ihrem Blühverhalten sehr gut bekommt. In jedem Falle ist ein finsterer Standort - wie z.B. schon ein Meter hinter dem Fenster - für einen Kaktus ungünstig.
Ein häufiges Drehen der Pflanze, die stets in Richtung des Lichts wächst, kann dem Blühverhalten schaden. Besser ist es, stets dieselbe Lichtrichtung beizubehalten - eine Markierung am Topf oder ein Schild in der Erde machen uns das leicht. Mit meist leicht „schiefen“ Kakteen kann man sicher leben, wenn sie uns dafür mit ihren prächtigen Blüten belohnen.
 
 

vorn Gymnocalycium, daneben und dahinter Mammillaria

Notocactus

vorn Mammillaria, links Aylostera, hinten Astrophytum myriostigma (Bischofsmütze)

 

5. Topf /Erde

Mein Vorzug gilt dem Plastiktopf. Der Tontopf verdunstet stets Wasser, ist also immer kalt, was die Kakteen wohl weniger mögen. Zur Form der Töpfe: Eine eher flache Pflanze in einem hohen Topf wirkt deplaciert. Leider gibt es im Handel kaum flache Plastiktöpfe. Eine Schere und ein Stück Sandpapier beim Plastiktopf bringen uns für flache Kakteen das optimale Pflanzgefäß.
Die Erde sollte in jedem Falle Kakteenerde sein. Normale Blumenerde ist zu „reichhaltig“.
Umtopfen sollte man erst bei Platzmangel der Pflanze. Gegen die oft unangenehm stechenden Dornen hilft ein dicker Handschuh oder eben einfach mutiges Ertragen von Schmerz. Die beste Jahreszeit zum Umtopfen ist das zeitige Frühjahr (vor der Blüte) oder der Spätsommer. Vor dem Umtopfen sollte die Pflanze einige Tage nicht gegossen werden. Auch danach: einige Tage nicht Gießen, da eventuelle Verletzungen an den Wurzeln dann zu Fäulnis führen könnten.
 

6. Vermehrung

Kakteen können auf zwei Arten vermehrt werden: vegetativ (Ableger, Pflanzenteile) oder generativ (Samen). Eine Nachzucht aus Ablegern oder Pflanzenteilen ist zwar manchmal recht langwierig, aber unkompliziert.
Die Nachzucht aus Samen ist wesentlich schwieriger. Aber reizvoll. Da Platzbedarf und Kosten niedrig sind, empfehle ich jedem Kakteenfreund, eine Nachzucht aus Samen zu versuchen.
Wenn ein Kaktus blüht, will er befruchtet werden. Manche Arten befruchten sich selbst, andere brauchen Hilfe. Normalerweise sind das Insekten, und wenn die Pflanze draußen steht, sind die auch da. Im Wohnraum müssen wir nachhelfen. Ein kleiner Pinsel, mit dem wir alle Blüten "bestäuben", ist eine sichere Methode. Es besteht die Gefahr, daß wir Arten kreuzen, die in der Natur nie miteinander Samen bilden könnten. Da jedoch viele hier gepflegten Kakteen Hybriden (also "Mischlinge") sind, sollte das weniger ein Problem sein. Lediglich Besitzer seltener Arten werden darauf achten, die Blüten vor Fremdbestäubung zu schützen, um die Art als solche zu erhalten.
Wenn die Blüte befruchtet ist, bilden sich Früchte oder Samenkapseln. Diese enthalten die Samen, die im Folgejahr zur Nachzucht verwendet werden können. Informationen zur Aussaat finden Sie hier.
 
 

7. Winterharte Kakteen 

Ich besitze seit über 12 Jahren auch Kakteen (alles opuntia), die im Winter draußen bleiben können (und sollen). Winterharte Kakteen sind im Handel nur schwer erhältlich und somit irgendwie etwas Besonderes. Ein paar Infos zu Pflege und Nachzucht dieser faszinierenden Pflanzen finden Sie hier.

 

 

Winterharte Opuntien

 

 

8. Schädlinge

Der beste Schutz vor Schädlingen ist eine gesunde Pflanze. Aber auch ein gesunder Kaktus kann befallen werden. Wenn ein Kaktus offensichtlich „in sich zusammenfällt“ (was selten vorkommt), ist der sicherste Weg die sofortige Entsorgung inklusive Topf, um Ansteckungen anderer Pflanzen zu vermeiden.
Häufige Plagegeister bei Kakteen sind saugende Schädlinge, meist Läuse oder Milben. Sowohl am Kaktus selbst als auch an den Wurzeln treiben sie ihr Unwesen. Eine regelmäßige genaue Betrachtung der Pflanzen  und ein Blick in den Untersatz läßt uns die Peiniger erkennen. Das beste Mittel gegen diese Schädlinge ist systemisches Gift. Dieses wird dem Gießwasser nach Vorschrift beigefügt, von der Pflanze aufgenommen (ohne ihr zu schaden) und macht dem saugenden Schädling beim Fressen den Garaus. Ich habe gute Erfahrungen mit dem Wirkstoff Dimethoat gemacht, welcher z.B. im Produkt BI 58 enthalten ist (hilft übrigens auch hervorragend gegen Blattläuse auf Balkon-, Garten- und Zimmerpflanzen). Sie erhalten dieses Produkt im Fachhandel.

 

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Liebe Kakteenfreundin, lieber Kakteenfreund! Nicht jeder mag Kakteen. Aber es gibt Ausnahmen wie Sie und mich. Menschen, die diese außergewöhnlichen Pflanzen gern pflegen und sich an ihrer Schönheit und der Einzigartigkeit ihrer Blüten erfreuen.

Ich kann hier nicht auf alle Einzelheiten der Kakteenpflege eingehen. Es mag zu manchen meiner Aussagen andere Meinungen geben, ich verbürge mich jedoch persönlich für diesen Leitfaden. Er ist, wie schon eingangs erwähnt, von Fachliteratur und anderen Kakteenfreunden beeinflußt, basiert jedoch in erster Linie auf meiner eigenen langjährigen Erfahrung.
 
 

Ich wünsche Ihnen viel Freude mit Ihren Kakteen und hoffe, Ihnen mit dieser Seite ein wenig geholfen zu haben. 

Jörg Hofmann 
hofmann.joerg@t-online.de 

blühender Notocactus Acanthocalycium violaceum

 
 

Alle Themen dieser Seite im Überblick:
 

·  Umweltbedingungen der Kakteen in ihrer natürlichen Heimat

·  Wasser: Was ist beim Gießen zu beachten ?

·  Licht: Welche Lichtverhältnisse sind optimal ?

·  Düngung: Wie, wann und womit düngen ?

·  Temperatur: Günstige Temperaturen, besonders wichtig im Winter!

·  Vermehrung aus Samen: Tipps zur Nachzucht aus Samen

·  Vermehrung aus Pflanzenteilen oder Ablegern

·  Winterharte Kakteen: Tipps zur Pflege winterharter Kakteen
 
 

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Hier finden sie einige eindrucksvolle Bilder, die mir die Hobbyfotografin Dr. Gabriele Labes zur Verfügung gestellt hat.

 

Gelegentlich habe ich Kontakt zu anderen Kakteenfreunden. Daher möchte ich jetzt (23.06.2001) endlich eine Liste auf meiner Seite einfügen, die auf andere Kakteenseiten verweist (05.12.07 überarbeitet). Ich bitte alle Kakteenfreunde mit eigener Homepage, die hier verlinkt werden möchten, mit mir Kontakt aufzunehmen.
Meine bisherigen Links zum Thema Kakteenpflege:
 

Lutz Richters Kakteen

Lutz hat eine informative und sehr schön animierte Kakteenseite!

www.kaktusverein.ch

Mit denen habe ich schon länger Kontakt, viele Links, bei Fragen sehr hilfreich.

www.Kaktus-Homepage.de

Klasse Animation, macht richtig Spass.

www.euphorbia.de

Euphorbien sind keine Kakteen! Sehen aber ähnlich aus... Klasse Seite.

Armins Kakteenseite

Armin ist ein begeisterter Kakteenfan!

superwayne.de 
 

Sehenswert! 

 

 

Diese Seite ist seit 1999 online. Bis 2003 hatte ich etwa 20.000 Besucher. Dann ging der Zähler kaputt. Jahrelang gab es gar keinen. Ich versuche jetzt trotz meiner Unkenntnis in Computersachen, einen neuen einzubauen. Ein Zähler ist nicht notwendig. Nur für mein Ego.

Sie sind Besucher Nummer   Besucherzähler - Zähler   seit Dezember 2007

 

 

 

 

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Gästebuch

 

 

 

 Letztes update: 05.12.2007

 

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Sie dient ausschließlich der Information zur Kakteenpflege.

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Sollten bei Ihnen privat oder geschäftlich leere Patronen aus Tintenstrahldruckern anfallen, die weggeworfen oder portofrei zurückgeschickt werden, besuchen Sie bitte meine Homepage. Ich bezahle Ihnen bares Geld für leere Tintenpatronen:

 

www.patronenankauf.de

 

 

Herzlichen Dank allen, die dazu beigetragen haben, diese Seite zu erstellen: Dr. Gabriele Labes (Bonn) und Stefan Hartmann (Frankfurt/Oder) haben den ursprünglichen Text meiner Homepage (1998) in Hinsicht auf Verständlichkeit oft kommentiert  und damit die vorliegende Fassung wesentlich beeinflusst.  Lutz Richter (Neuhardenberg) und Christian Wichmann (Bad Freienwalde) waren mir eine große Hilfe, die vorliegende Seite ins Internet zu stellen. Die Fotos zeigen ausschließlich Pflanzen aus meiner Sammlung. Einige habe ich selbst gemacht, die meisten jedoch verdanke ich Dr. Gabriele Labes (Bonn) und Lutz Richter (Neuhardenberg).

 

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